St. Mauritius Stift
Geschichte des Hauses

Das St. Mauritius-Stift ist angegliedert an die St. Meinolphus-Mauritius-Gemeinde an der Meinolphusstr. gegenüber dem Schauspielhaus in Bochum.

Die Geschichte des Stiftes geht bis auf das Jahr 1910 zurück. Damals stifteten die Eheleute Moritz Schulte-Crawinkel und Josefine geb. Wiegardt der St. Meinolphus-Mauritius-Gemeinde 150.000 Reichsmark. Das Geld aus Dank für ihre Errettung vor ausströmendem Gas in ihrer Wohnung gegeben, sollte nach ihren Wünschen für die Errichtung eines Schwesternwohnheimes bei der Kirche verwendet werden. Pfarrer Anton Schäfer von der Nachbargemeinde St. Marien kaufte dafür einen Bauplatz an der Meinolphusstraße. Unter dem Architekten Hermann Wielers aus Bochum, der auch schon die Kirche erbaut hatte, wurde das neue Haus geplant und auch verwirklicht. Am 24.11.1912, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, wurde das Schwesternhaus eingeweiht. Die Leitung und Verwaltung übernahmen die Vinzentinerinnen aus Paderborn. Das Haus fasste einen Kindergarten, eine Nähstube für schulentlassene Mädchen und Räume für 20 ledige Damen. Einige der kirchlichen Vereine hielten hier ihre Versammlungen ab. Der zweite Kindergarten in der Sternstraße (heute Bessemer Straße) war Tagesort für den Frauenverein, die Jungfrauen- Kongeration und für die Jüngeren der Jünglings- Solidarität.

Nach einigen Jahren ergaben sich finanzielle Probleme durch sehr hohe Unterhaltskosten. Seit Anfang 1917 verhandelte die Gemeinde mit dem kath. Fürsorgeverein für Mädchen, Frauen und Kinder. Das Ergebnis: Die Vinzentinerinnen-Niederlassung wurde mit Genehmigung des Bischofs aufgelöst, und am 1. April 1917 zogen die Franziskanerinnen von der Hl. Familie mit ihren Fürsorgezöglingen ein. Am 28.12.1917 kündigte darauf die Familie Schulte-Crawinkel die Leihsumme aus Ärger und gab es dem Bonifatius-Verein. Der noch im Stift verbliebene Kindergarten zog samt der Nähstube nach Fertigstellung des Jugendheimes 1922 dorthin um.

Nach einem langen Rechtsstreit kaufte Pfarrer Gottfried Meier in den dreißiger Jahren im Auftrag der Gemeinde das Stift vom Fürsorgeverein zurück und ließ hier ein Altenheim einrichten, das es bis zum heutigen Tage geblieben ist. Durch zwei Bombenvolltreffer am 4.11.1944 wurde das Stift vollständig zerstört und brannte aus (nähere Angaben, siehe unter: Der Wiederaufbau) *

Architekt Bergmann leitete den Wiederaufbau des Stiftes. Als am 1.11.1952 das neue Gebäude eingeweiht wurde, konnten 60 Senioren der Gemeinde ihr neues Domizil beziehen.

Am 15.1.1979 fasste das Kuratorium des St. Mauritius-Stiftes auf Anraten des Architekten Dipl.-Ing. Wille Wenzel aus Bochum- Grumme den Entschluß, den Mitteltrakt des Altenheimes abzureißen und durch einen fünfgeschossigen Neubau mit Dachgarten zu ersetzen zu lassen. Im ersten Bauabschnitt wurden die beiden Seitentrakte für ca. 500.000 DM modernisiert. Am 12.5.1980 wurden bereits weitere 600.000 DM an Auftragsarbeiten am Stift vergeben. Die gesamten Kosten für den Endausbau lagen deutlich über 3 Millionen DM. Um Bergschäden vorzubeugen, wurden im Fundament des neuen Mitteltraktes insgesamt zwölf 15 Meter tiefe und 70 cm durchmessende Betonsockel verankert, durch die das Gebäude jetzt auf Fels ruht. Auch diese Maßnahmen verschlang einen großen Teil des Bauetats. Endlich konnten am 2.7.1982 das Richtfest uns am 30.9.1983 die Einweihung gefeiert werden. Insgesamt 60 Senioren werden auch heute noch von den Franziskanerinnen von der Hl. Familie betreut, Seelsorger ist seit 1970 Herr Rektor Herbert Busch.

*Die Schwestern des St. Mauritius-Stiftes zogen für einige Tage hinüber zum St. Johannes-Stift, danach zum Vikar Plitt nach Stiepel. Der zügige und gute Wiederaufbau des Stiftes ist u. a. dem Architekten Bergmann zu verdanken. Die Steine dafür wurden von der Seitenwand der Lichtenburg gewonnen, die in den Innenhof gestürzt war. Viele Männer und Frauen übernahmen das Steine putzen. Auch ihnen gehört noch heute der Dank der Gemeinde. Am Karsamstag 1946 war alles im Rohbau fertig. In den unteren Räumen waren die Pfarrwohnung (3 Zimmer) und das Pfarrbüro untergebracht, die Schwestern zogen einige Monate später ein, Schwester Gabriele, die seit 1943 den Küsterdienst übernommen hatte, wurde Pfarrschwester und hatte auch die Erziehung der Kinder inne.

Leider ist die Geschichte noch nicht ganz vollständig. Wir arbeiten aber daran, Ihnen bald die weitergeführte Fassung bieten zu können.